Leben mit und von der Natur

„Solarfrühstück“

Es ist sehr beeindruckend, wie einfach man Sonnenstrahlen verwenden kann, um fast alle stromverbrauchenden Haushaltsgeräte damit zu betreiben. Mittels eines Solarpanels und einer Powerstation, die den Strom speichert und über USB-Ausgang und 220V-Steckdose wieder zur Verfügung stellt, gibt es jetzt bei uns Solarkaffee und mein Ebike hat sich zum Solarbike gemausert. Umsonst gibt es das natürlich nicht, weder finanziell (die Anschaffungskosten sind doch erheblich), noch zeitlich gesehen. Also früh als erstes Wetterbericht prüfen (die Solarpanels dürfen nicht in einen Regenschauer geraten), Solarpanels aufstellen und Powerstation anschließen. Sehr positiv für die Effizienz der Panels ist, dass man diese immer wieder ideal zur Sonne ausrichten kann. An einem sonnigen Tag mit wechselnder leichter Bewölkung schafft es ein 200 Watt-Solarpanel (wir verwenden die Solartaschen von „Wattstunde“), die „Delta mini“-Powerstation von Ecoflow mit 882 Wattstunden einmal von 0 auf 100% aufzuladen. Da diese eine maximale Ausgangsleistung von 1400 Watt aufbringt (wobei sie sich wie jedes andere System auch freut, wenn man sie nicht ständig an ihre Leistungsgrenze bringt), schafft sie fast alle Haushaltsgeräte bis hin zu einem nicht voll aufgedrehten Fön und einem kleinen 1000 Watt-Wasserkocher. Da die Powerstation immer anzeigt, wieviel Leistung gerade entnommen wird, lernt man viel über den Stromverbrauch seiner Haushaltsgeräte. Wasserkocher zum Beispiel sind (wie alle Geräte, die in kurzer Zeit sehr viel Wärme erzeugen) enorme Stromfresser und so ergibt sich als stromsparender Lerneffekt, dass man mit diesem immer nur so viel Wasser kocht, wie man auch wirklich gerade braucht. Und es macht nicht nur beim Camping Spaß, quasi an jedem Ort Strom haben zu können und nicht auf fest installierte Steckdosen zugreifen zu müssen, Kabeltrommel ade……. Man könnte sich jetzt aus reinem Vergnügen sogar mitten im Wald einen Kaffee kochen, oder Solar-Tee aus gerade gesammelten frischen Kräutern.
Und natürlich ist es auch ein echter Sympathiefaktor, seinen Strom unabhängig von unberechenbaren nationalen und internationalen Politikern zu beziehen. Die Sonne kann einem niemand abstellen oder berechnen und die Tendez zu Sonnenschein im Überfluss ist ja eher steigend.
Will man die Station so effizient wie möglich nutzen, sollte man versuchen, den Strom zumindest im Sommer auch jeden Tag (bzw. jede Nacht, weil man tagsüber ja auflädt) wieder aufzubrauchen . Dafür eignen sich Tiefkühlgeräte ideal. Allerdings braucht es ein gutes Energiemanagementsystem, um Aufladung und Verbrauch im Einklang mit dem Füllstand der Powerstation zu optimieren. Aufgetaute Frostware, weil man vergessen hat, den Tiefkühlschrank am Morgen wieder umzustecken, ist sehr unangenehm. Für dieses „Energiemangementsystem“ gibt es eigentlich nur eine Lösung, die ist gratis und heißt „Gehirn“. Und das zu nutzen macht dann auch wieder genauso viel Spaß wie Sonnenstrahlen in Kaffee umzuwandeln.

Kochen mit Holzfeuer, 26.03.2022

Autarkes Leben ist für Naturfreunde grundsätzlich interessant, weil es bedeutet, die Abhängigkeit von wirtschaftlich produzierten Dingen gegen eine Abhängigkeit von der Natur einzutauschen (wirklich unabhängig kann man nicht leben, dazu müsste man eine Art Perpetuum mobile sein).
Aktuell gibt es (leider) einen Grund mehr, sich mal wieder ernsthafter damit zu beschäftigen. Erste Anschaffung war ein sogenannter „Raketenofen“ – unschöner Name in dieser Zeit, also „Campingofen mit Holzfeuerung“. Totholz gibt es unserem eigenen Wald so reichlich, wie ich es nie erleben wollte, mit der Keo-Akkusäge lassen sich Äste und dünne Stämmchen bis etwa 8cm Durchmesser völlig stressfrei zurechtsägen und so stand kurz nach der Lieferung des Öfchens (ist erstaunlich klein, aber stabil und massiv) Kochen im Garten auf dem Programm. Als Level 1 hatte ich mir Kochfleisch vorgenommen, weil es am wenigsten durch Anbrennen gefährdet ist, Level 2 wäre dann demnächst Bratwurst o.ä. und Level 3 Rouladen schmoren (das schaffe ich selbst auf dem Elektroherd oft nur knapp am Anbrennen vorbei – oder auch nicht).
Die Feuerung mit den nachzuschiebenden Ästen klappt wunderbar, das Fleisch hat sanft vor sich hingeköchelt und ist in 2 Stunden weich geworden. Erwartungsgemäße kleine Nachteile: Der Topf wird außen verrußt, die Hände (und wenn man sich ins Gesicht greift auch dieses) sehen aus wie vom Aschenbrödel und man darf das Feuerchen nicht zu lange aus den Augen lassen, damit es nicht ausgeht.
Alles in allem ein guter Anfang, unser Hund fand es auch toll und hat sich später sehr über die Markknochen gefreut: